Handel

Kaffee ist ein wichtiges Welthandelsgut! Interessante Informationen dazu finden Sie hier.

Kaffeetransport in Säcken

Internationaler Kaffeehandel

In mehr als 70 Ländern dieser Welt wird Kaffee angebaut. Von jährlich über 8 Millionen Tonnen Ertrag, gelangen 75 % in den Export. Obwohl weltweit in etwa 25 Millionen Menschen vom Kaffeeanbau leben, wird die Kaffeepflanze meist in kleinen, bäuerlichen Plantagen angebaut.

Der weltweit verschiffte Rohkaffee macht inzwischen nur noch 10 % des Endpreises aus und unterliegt außerdem starken Preisschwankungen.

Mit 1,2 Mio Tonnen jährlich, zählen die USA zu den größten Rohkaffeeimporteuren weltweit, gefolgt von Deutschland mit 1 Mio Tonnen. Italien und Japan importieren jeweils in etwa 400 000 Tonnen.

coffee beans in wooden scoop

Kaffee – Welthandelsgut

Die größten Röster sind Kraft Foods mit „Jacobs“ und Nestlé mit „Nescafé“. Tchibo steht dabei an fünfter Stelle.

Das internationale Kaffeeabkommen

Rohkaffee ist nach Erdöl das wichtigste Welthandelsgut unter Rohstoffen und Agrargütern.

Für die meisten Erzeugerländer, die oft gleichzeitig auch Entwicklungsländer beziehungsweise Schwellenländer sind, hat sich der Rohkaffe zum wichtigsten Exportgut entwickelt.

Dementsprechend wirkt sich der Kaffeepreis auf das Leben von Millionen von Menschen aus, weshalb es mehrere Versuche gab, den Kaffeeweltmarkt zu kontrollieren, um somit den Preis unter Kontrolle zu halten.

Die Preisbildung des Rohkaffees ist kompliziert, da die Angebotskurve sehr unelastisch und kurzfristig ist. Außerdem können bei Kaffee die ersten Erträge erst nach drei bis vier Jahren gewonnen werden und erst nach acht Jahren kann das Ertragsoptimum erreicht werden. Auch der Bedarf der Importländer ist schwer zu kalkulieren. Vereinfacht ausgedrückt, führt deswegen eine einprozentige Angebotserhöhung zu einem vierprozentigen Preisabfall.

Fairer Kaffeegenuss

Der erste Versuch der Erzeuger- und Verbraucherländer, ein Internationales Kaffeeabkommen (ICA) zu schließen, war 1963 und dessen Hauptziel war es, für eine stabile Preisentwicklung zu sorgen. Die Folge war, dass die Exportmengen für die jeweiligen Produktionsländer begrenzt wurden. Vierteljährlich wurden die Quoten der Marktpreisentwicklung neu bestimmt. Dadurch konnten die Produktionsländer ihre Selbstkosten ein paar Jahre zumindest decken. In den Importländern sank die Nachfrage nach Kaffee, trotz des Mindestpreises, nicht.

Das ICA brachte nicht nur Vorteile mit sich, denn der Weltmarkt für Kaffee wurde, in einen Mitglieds- und Nichtmitgliedsmarkt gespalten, da nur 25 westliche Importländer beitraten. Da Osteuropa nicht an die Preisregelungen gebunden war, konnte es den Rohkaffee günstiger erwerben. Dazu kam, dass die Anbauländer über die Quotenverteilung nicht einverstanden waren, da Brasilien mit 30 % und Kolumbien mit 15 %, fast die Hälfte des Weltmarktanteils besaßen.

Aus diesen Gründen löste sich dieses Abkommen mehrmals, dennoch wurde es immer nach kurzer, quotenloser Zeit wieder vereinbart. Diese Marktturbulenzen schadeten den Kleinbauern am meisten.

1989 wurde das Weltkaffeeabkommen endgültig abgesetzt, da dieses Abkommen kommunistische Züge hatte, mit denen sich die Vereinigten Staaten nicht mehr verbunden fühlen konnten.

Alle Produktionsländer exportierten das Maximum, weswegen der Preis so stark fiel, dass die Existenz von hunderttausenden Arbeitern und Kleinbauern zerstört wurde.

Fair Trade

Hier fing die Philosophie des fairen Handels an. Das Prinzip besteht darin, dass sich Kleinbauern zusammenschließen und einen fairen Preis erhalten, der es ihnen ermöglicht ihre Kosten zu decken und dabei auch noch Gewinn zu erzielen. Außerdem wird den Bauern vor Beginn der Ernte eine Vorfinanzierung angeboten, um sich nicht auf lokale Händler zu schlechteren Preisen einlassen zu müssen oder gar den Verkauf der Plantage riskieren zu müssen. Den Landwirten soll eine Entwicklungshilfe gewährleistet werden, die das Überleben, Bildung und eine Zukunftssicherung beinhaltet.