Zubereitung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Kaffee zu genießen. Welche das sind, erfahren Sie hier.

Kaffee und Milchschaum

Filterkaffee (Handaufguss)

Mahlgrad:

Es gibt keine vorgegebenen Standard-Partikelgrößen für gemahlenen Kaffee, weshalb es nicht leicht ist, Mahlbegriffe wie „fein“ oder „mittelgrob“, exakt zu bestimmen.  Aus diesem Grund müssen Sie den perfekten Mahlgrad selbst herausfinden, indem Sie ausprobieren: Wenn Ihr Kaffee zu schwach oder zu dünn schmeckt, wurde der Kaffee zu grob gemahlen oder ist zu schnell durchgelaufen. Schmeckt Ihr Kaffee zu stark oder zu bitter, war der Mahlgrad zu fein oder die Durchlaufgeschwindigkeit zu niedrig.

Es bedarf einiger Testläufe, um das für sich perfekte Verhältnis zu finden.

 

So gelingt ein guter Filterkaffee:

  • Das Kaffeepulver sollte im Kühlschrank aufbewahrt werden.
  • Im Idealfall sollten Sie einen frisch gemahlenen und gerösteten Kaffee verwenden.
  • Damit das Wasser die richtige Fließgeschwindigkeit hat, sollte der Kaffee mittelgrob gemahlen sein.
  • Die Wassertemperatur sollte bei 96° Celsius liegen, da während der Wartezeit zwischen den Aufgüssen das Wasser langsam abkühlt.
  • Spülen Sie den Papierfilter mit warmen oder heißem Wasser kurz aus, damit der Papiergeschmack verloren geht.
  • Damit alle Kaffeepartikel gleichmäßig durchdringen können, sollte die Oberfläche des Kaffeepulvers gleichförmig sein.

 

Zuerst muss das Kaffeepulver befeuchtet werden. Dazu machen Sie eine, von innen nach  außen gehende, kreisförmige Bewegung. Je mehr sich der Kaffee wölbt, desto frischer ist er. Dies lässt sich dadurch erklären, dass das im Kaffee enthaltene CO2 freigesetzt wird und sich deswegen Bläschen bilden. Achten Sie darauf, dass das Filterpapier nicht begossen wird und stoppen Sie die Bewegung, wenn das Wasser ca. 1 cm über dem Kaffeepulver steht.

Nehmen Sie sich nun einen Löffel zur Hand und rühren das Pulver vorsichtig um. Dadurch werden alle Partikel gleichmäßig durchdrungen und es kommt zu einer besseren Extraktion. Schieben Sie den Kaffee, der am Filter hängen geblieben ist, nach unten. Nun gießen Sie weiter das Wasser auf, überschreiten aber möglichst nicht den ersten Zentimeter. Möglicherweise müssen Sie dabei ein paar mal warten. War das Kaffeepulver vorher im Kühlschrank, kann es sich nun besser erwärmen. Das abgekühlte Wasser wird wieder durch das Pulver erwärmt. Wenn das gesamte Wasser den Filter durchlaufen hat, sollte die Oberfläche des Pulvers eben sein. Das ist ein Zeichen der gleichmäßigen Extraktion. Nach dem Entfernen des Filters, sollte Ihnen nichts mehr im Wege stehen, Ihren Kaffee zu genießen.

 Espresso

Die Espressozubereitung

Bei einem Espresso wird heißes Wasser mit hohem Druck durch feines Kaffeemehl gepresst. Auf dem konzentrierten Kaffee befindet sich eine kastanienbraune Schaumschicht auch „Crema“ genannt. Er wird üblicherweise in kleinen dickwandigen Tassen serviert, die vor dem Eingießen erwärmt werden sollten, um den besonderen Geschmack des Espressos zu erhalten. Es werden die gleichen Kaffeebohnen verwendet, wie auch für andere Kaffeearten, allerdings wurden die Bohnen dabei länger und dunkler geröstet.

Cappuccino

Der Cappuccino besteht aus drei gleichen Teilen an Espresso, Milch und Milchschaum. Zunächst wird ein Espresso zubereiten und in eine Cappuccinotasse gefüllt. Anschließend wird die leicht cremig geschäumte Milch dazugeben, welche dem Cappuccino seine typische Farbe verleiht, da die Crema des Espresso auf die Milch abfärbt.

Latte Macchiato

Latte Macchiato hat einen deutlich geringeren Kaffeeanteil als der Cappuccino. Grundsätzlich wird ein Latte Macchiato immer in einem Glas serviert, da so die unterschiedlichen Schichten zur Geltung kommen.

Die Milch wird kräftiger aufgeschäumt, wodurch ein fester Milchschaum entsteht, anders als beim Cappuccino. Dieser Milchschaum wird jetzt auf die Milch geschichtet, wobei der Milchschaum durch seinen hohen Luftgehalt auf der Milch schwimmt. Anschließend gießt man den frisch gepressten Espresso hinzu. Durch die hohe Temperatur steigt der Espresso über die Milch und so entstehen die drei Schichten des Latte Macchiato.

Unterschiede zwischen Latte Macchiato und Cappuccino:

Beide haben die gleichen Zutaten, allerdings ein unterschiedliches Mengenverhältnis. Der Cappuccino hat einen höheren Kaffeeanteil und weniger Milch als der Latte Macchiato. Übersetzt bedeutet Latte Macchiato in etwa „gefleckte Milch“.

Milchkaffee

Ein Milchkaffee wird nicht mit Espresso, sondern mit Filterkaffee zubereitet. Er besteht zur einen Hälfte aus warmer Milch und zur Anderen aus Kaffee. Üblicherweise wird kein Milchschaum hinzugefügt, allerdings schadet es dem Geschmack nicht.

Die Kunst des Barista

Der Begriff „Barista“ kommt aus dem Italienischen und bedeutet „Barkeeper“.

Barista ist die Berufsbezeichnung für Menschen, die professionell Kaffee zubereiten und dabei auch vollkommen neue Kaffeekreationen zubereiten. Oft werden Barista auch mit der „Latte Art“ in Verbindung gebracht, also der Kunst auf dem Milchschaum eines Cappuccinos oder eines Latte Macchiatos, ein Gemälde zu kreieren.

Kaffee

Baristi – die Kaffeekünstler

Es gibt verschiedene Organisationen, die eine Ausbildung als Barista anbieten. Es ist ein Kurs, der sich über mehrere Tage erstreckt. Bei SCAE (Speciality Coffee Association of Europe) erhält man auch ein Zertifikat dafür. Es gibt auch eine Weltmeisterschaft der Baristi: Die World Barista Championship.

Zunächst gibt es eine Landesmeisterschaft, von denen die jeweiligen Gewinner im Finale der World Barista Championship gegen einander antreten. Das Verfahren ist bei beiden Wettkämpfen ähnlich. Bei den Meisterschaften gibt es sieben Juroren. Vier Juroren sind für die Sensorik verantwortlich und zwei bewerten die Technik. Der Gesamteindruck wird vom Hauptjuror noch mal extra beurteilt.

In der Weltmeisterschaft gibt es zwei Runden, wobei zum endgültigen Finale die sechs Besten gegeneinander antreten.

Die deutsche Baristachampionship (DBC), ermöglicht es den Baristi, ihr Fachwissen und Können zu beweisen. Als Vorraussetzung müssen die Teilnehmer mindestens seit zwei Jahren als Barista arbeiten und die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Die Landesmeisterschaft besteht aus vier Terminen: Zwei Vorrunden, dem Get-Together und dem Finale.

Alle Teilnehmer können über ihre Auswahl der Zutaten und Ausrüstungen frei entscheiden. Nur eine Espressomaschine, eine Mühle, die Eiswürfel und 3,5 fetthaltige Milch werden vom Wettkampf vorgegeben. Die einzige Ausnahme ist die Mühle, denn die Baristi dürfen eine zusätzliche Mühle verwenden.

Der Ablauf:

Für die drei Disziplinen Espresso, Cappuccino und die Eigenkreation hat man jeweils 15 Minuten zur Vorbereitung. In diesen 15 Minuten wird von den Teilnehmern verlangt den Arbeitsplatz zu säubern, den Juroren-Tisch zu dekorieren, die Espressomaschine getestet zu haben, die Kaffeemühle auf die individuellen Bedürfnisse eingestellt zu haben und die Werkzeuge und Zutaten bereit gelegt zu haben. Nach der Vorbereitung wird solange auf den Barista gewartet, bis dieser den Juroren deutlich signalisiert, dass er bereit ist. Jetzt hat er wieder 15 Minuten Zeit um zwölf Getränke (vier Cappuccini, vier Espressi, vier Signaturendrinks und die Eigenkreationen. Bei der Eigenkreation muss der Teilnehmer seine Idee erläutern!) zubereiten. In der Zeit kann der Teilnehmer über die Musikauswahl frei verfügen, um sich dem Zeitverlauf bewusst zu sein.

Es wird der Umgang mit den Zuschauern, die Optik, die Präsentation des Getränks und die Technik von den Juroren bewertet. Der Barista darf seinen Arbeitsplatz erst wieder säubern, wenn die Juroren, bei den letzten vier Kaffees angelangt sind. Dieser Ablauf wird auch als Präsentation bezeichnet, die auch erst dann beendet wird, wenn es der Teilnehmer wieder durch ein klares Signal zu erkennen gibt. Ein Timekeeper und ein Scorekeeper sind noch mal unabhängig von den Juroren für Beurteilungen zuständig.

Ein Barista wird nur disqualifiziert, wenn dieser die Zeit über 60 Sekunden überschreitet.